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home ... bremen | 13. Dezember 2003 11:44 |
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Kanadisches Marsfahrzeug fuhr ferngesteuert
durch Huckelriede Thomas Joppig Das Marsfahrzeug aus Kanada hat Huckelriede gerade noch rechtzeitig erreicht. Es ist schon dunkel. Doch im Schulzentrum an der Valckenburghstraße brennt an diesem Abend noch lange Licht. Der Grund ist ein kleines motorbetriebenes Lego-Mobil, mit dem Schüler aus zwei Kontinenten Großes vorhaben. Eine Fernsteuerung – im wahrsten Sinne des Wortes. Von Kanada aus soll das Marsmobil aus der Serie Lego Dactar per Computer gelenkt werden – von den dortigen Schülern, die den Wagen gebaut haben. Im Gegenzug hatten auch die Schüler des Gymnasiums Obervieland, die zur Zeit wegen einer Gebäuesanierung in Huckelriede lernen, ein Lego-Marsmobil konstruiert – und nach Kanada verschickt. Dort wollen sie es, ebenfalls per Fernsteuerung, zum Rollen zu bringen. Doch in Kanada traf das Bremer Fahrzeug sorgsam in seine Einzelteile zerlegt ein. „Die Zollbeamten waren wohl wegen des Motors skeptisch und haben es völlig auseinandergenommen“, erzählt Sara Dahnken, die an dem Marsmobil mitgebaut hat. Glücklicherweise hatten die Kanadier jedoch durch den Bau ihres eigenen Lego-Wagens genug Übung, um die Einzelteile aus Bremen wieder zusammenzubauen. Im Klassenraum in Huckelriede steigt die Spannung – und an der „Waterloo-Oxford Secondary School“ im kanadischen Baden auch. Dort begleitet neben der Presse ein Fernsehteam das Experiment. In Bremen bereitet Oleksiy Mykhalyk am Computer die ersten Steuerbefehle vor, anonym sitzt an einem zweiten Rechner. Dort kann sie per Internet die Bilder aus Kanada sehen und gleichzeitig per Chat kurze Nachrichten mit den Kanadiern austauschen. Sara Dahnken hockt unterdessen vor dem Marsmobil, das per Webcam (Internet-Kamera) auch in Kanada zu sehen ist. Als sich der kleine blaue Wagen ein Stück bewegt, ist die Freude bei den Bremern groß. Und auch in Kanada kommen die Befehle, die Oleksiy eintippt, an. Die Marsmission verläuft erfolgreich. Der Kanadier Pierre Harrison hatte die Idee zu dem ungewöhnlichen Projekt. Schüler aus unterschiedlichen Ländern miteinander in Kontakt zu bringen – das sei das Ziel dieser Aktion, sagt Harrison. Jörn Gerdes, Physiklehrer am Gymnasium Obervieland, hat diese Idee gerne aufgegriffen – und mit Schülern aus drei unterschiedlichen Jahrgangsstufen in einer Arbeitsgemeinschaft umgesetzt. Ein Fahrzeug konstruieren, es fernsteuern und per Monitor beobachten: In vereinfachter Form werden hier Arbeitsschritte nachvollzogen, die auch in Raumfahrttechnik gängig seien, sagt Gerdes. „Ich hoffe, dass dabei ein längerer Kontakt nach Kanada entsteht, damit wir dieses Projekt mit anderen Klassen wiederholen können.“ Anonym, Sara und Oleksiy hat es jedenfalls gefallen. Mit den Schülern aus Kanada möchten sie auch weiterhin in Kontakt bleiben. Denn das gegenseitige Fahrzeuglenken war nur von kurzer Dauer: Während die Bremer den Unterricht schon hinter sich haben, haben die Kanadier den Schultag noch vor sich. Ein letztes Winken in die Kamera – dann ist die Marsmission beendet. Weitere Informationen unter www.playlearnthink.com mit klick auf „Explorers!“ zurück |
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